Lexikon: VT = Verhaltenstest über uns                                                                                                                                                   Nächste Seite Prüfungen zur Beurteilung des Verhaltens eines Hundes werden mit unterschiedlichen Zielen und nach  unterschiedlichen Kriterien durchgeführt. Verhaltensprüfungen sollen zur Bestimmung angeborener und  erworbener Verhaltenseigenschaften herangezogen werden (ERTELT, 1989) und dazu dienen rassetypisches  Verhalten aufzuzeigen (KEJCZ, 1999). Da im Verlauf der Ontogenese ständige Wechselwirkungen von Umwelt und Erbgut bestehen und es Lernvorgänge gibt, die nur und in besonderem Maße in ganz bestimmten  Altersstufen stattfinden, ist das Ziel eines Verhaltenstests aus heutiger Sicht nicht der Versuch angeborene und erworbene Komponenten des Verhaltens voneinander zu trennen (FEDDERSEN-PETERSEN, 1992), sondern  das tatsächlich gezeigte Verhalten zu beobachten. Dabei sollen Hunde ermittelt werden, die den gegebenen  alltäglichen Umweltbedingungen nicht gewachsen sind und sich durch übermäßige Ängstlichkeit oder  Aggressivität auszeichnen. Denn diese scheuen, überängstlichen und nervösen Tiere sind bei Prüfungen leicht  und rasch zu erkennen (SEIFERLE UND LEONHARD, 1984). Dabei kann angenommen werden, dass  unabhängig vom Trainingszustand, nur wesensfeste Hunde Stresssituationen angemessen bewältigen können  (ERTELT, 1989). Maßgebend für die Beurteilung des Verhaltens muss das Gesamtverhalten während der  gesamten Prüfung sein. Leichte Unsicherheiten in einzelnen Testsituationen sollen, falls der Hund sich wieder  fängt, nicht überbewertet werden (SEIFERLE UND LEONHARD, 1984). Da mit Hilfe standardisierter Umweltreize Hunde mit einer ausgeprägten psychischen Stabilität bzw. Wesensfestigkeit ausgewählt werden können, können diese als Mittel für Selektionsentscheidungen zur züchterischen Bearbeitung des Verhaltens genutzt werden (STUR ET AL., 1989).